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Bestens erhaltene Häuser werden vermehrt für den Profit abgebrochen oder luxus-saniert. Was tun?

Darum geht die Debatte


Eine Stadt mit ihrem Erscheinungsbild (Orientierung, Identität, "Heimat" und Wohnmöglichkeit) besteht aus Häusern, die "jemandem" gehören. Im Mietrecht und bei der Gestaltung gibt es Regeln, Bestimmungen und Rechtsmittel, die hier einigermassen für massvolle Zustände sorgen (sollen).
Wenn aber irgend ein Spekulant ein Haus überteuert kaufen kann, weil er ausrechnet, dass er dennoch bei einem Neubau für ein teures Mietsegment einen Profit macht, dann "darf" er dieses Haus abbrechen, den Mietern künden, mit dem so gemachten Profit das nächste Haus kaufen. etc. etc.
Dagegen gibt es kein Gesetz, keine Handhabe. (Die politischen Parteien mahnen vielleicht noch zur Zurückhaltung).
Hier meine Anregung für ein neues Gesetz: (Skizze)
1. Ein Haus, das nicht baufällig ist, darf nicht abgebrochen werden.
2. eine Renovation darf nur in einem bestimmten Mietzinsaufschlag münden. (in % anzugeben).
3. Vermieter müssen eine offene Buchhaltung führen, ein Gewinn aus der Liegenschaft ist ähnlich dem Wucherzins zu begrenzen.
4. Die Anzahl Häuser, die eine einzelne Person besitzen kann, ist zu beschränken auf (Vorschlag: 2 oder 3)
5. Firmen haben ihre Liegenschaften nach den Regeln des sozialen Wohnungsbaus zu bewirtschaften.
6. Andere noch auszudenkende sinnvolle Ideen zu einer Verhinderung eines zunehmenden Kahlschlages bei guten Häusern sind ebenfalls anzuwenden.

Eine Umsetzung müsste sehr bald geschehen, der "Bagger" ist jetzt schon überall am wüten, wer setzt das um?

Debatte http://liegenschaftsspekulanten.politnetz.ch
Geschrieben 25. Juli 23:25, Christof Litz
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Die vom Initianten der Debatte geäusserte Beobachtung kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Ich habe nicht das Gefühl, dass in der Stadt Zürich bewusst "bestens erhaltene" Häuser aus Profitgründen abgebrochen werden - ich sehe eher eine ganze Menge Häuser, die längst hätten saniert werden müssen.

Es darf nicht vergessen werden, dass das Eigentum an einer Immobilie nicht zuletzt Kosten verursacht. Finanzielle Aufwendungen für Erneuerungen und Sanierungen führen dazu, dass die Eigentümer ein grundsätzliches Interesse haben, selbige bestmöglich zu amortisieren, regelmässig über den Mietertrag. In aller Regel bedeutet dies, den einmal erstellten Zustand so lange als möglich unberührt zu lassen und weitere Investitionen zu vermeiden. Nur schon deshalb ist es unwahrscheinlich, dass eine weiterhin unverändert amortisierbare Liegenschaft frühzeitig aufgewertet oder abgebrochen wird.

Nicht richtig ist zudem, dass die Häuser einer Stadt irgendwie "allen" gehören, was hier zwischen den Zeilen angedeutet wurde. So gehören Mietobjekte nicht den Mietern, sondern dem eingetragenen Eigentümer. Dieser hat die rechtliche und finanzielle Last der Liegenschaft zu tragen. Aspekte des Sozialschutzes sind im Mietrecht bereits ausreichend berücksichtigt; darüber hinaus soll der Eigentümer eines Mietobjektes frei über sein Eigentum verfügen können.

Soweit hier das Stadtbild angesprochen wird: "gute Architektur" und ein "schönes Stadtbild" sind subjektiv. Was heute umstritten ist, gefällt morgen und steht übermorgen unter Gebäudeschutz. Im Rahmen des gesetzlich zulässigen soll es einem Hauseigentümer denn auch frei stehen, wie und ob er seine Liegenschaft umgestalten will.
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Eine Stadt braucht auch eine sinnvolle Erneuerung ihrer Bausubstanz, leben wir doch auch nicht mehr in den Häusern, die die Römer hier einst gebaut haben. Bis jetzt hat das auch meist ganz gut funktioniert, weil meist nur baufällige Häuser ersetzt wurden. Die ein paar "Ausreisser" hat man verärgert zur Kenntnis genommen, manchmal auch sehr verärgert.
In letzter Zeit scheint hier aber ein Damm gebrochen zu sein, an ganz vielen Orten fallen gut erhaltene Häuser der Spekulation zum Opfer, und es gibt keine Handhabe dagegen.
Seit hier nach kaltem Kalkül gerechnet wird, muss dieser Prozess mit neuen Gesetzen verhindert werden. Was lange in einer halbwegs guten Balance war, ist aus den Ruder gelaufen, wenn nichts geschieht, sieht die Stadt in ein paar Jahren ganz anders aus, und es wird nicht schöner sein, und teurer obendrein.
1 Kommentar
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Wem "gehört" die Stadt?
Gehört die Stadt den einzelnen Liegenschaftsbesitzer, oder gehört die Stadt auch irgendwie allen, die darin wohnen, oder sie schön finden?
Wenn die Stadt "nur" den Hausbesitzern gehört, dann sind "wir" anderen auf Gedeih und Verderben darauf angewiesen, dass jene in ihren Liegenschaften mehr sehen als nur Investitionsobjekte,.
Mir persönlich ist das eher unheimlich, weil ich schon so wüste Missbräuche erlebt habe, sei es als Mieter, sei es als Passant in ehemals schönen Gegenden.
Christof Litz 26. Juli 2009 Verstoss melden
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